Nicht Russland ist der Gegner – sondern der globale militärisch-inudstrielle Komplex

NICHT RUSSLAND IST DER GEGNER – SONDERN DER GLOBALE MILITÄRISCH-INDUSTRIELLE KOMPLEX

Aus gegebenem Anlass ein Beitrag zum Thema Russland. Denn in den letzten Tagen wird verstärkt antirussische Propaganda auf unserer Seite verbreitet.

Lasst nicht zu, dass Feinbilder euer Denken bestimmen. Der Feind ist nicht Russland. Nicht die USA. Nicht die Ukraine. Nicht Nordkorea. Kein Land auf dieser Welt ist der Feind. Die Wurzel allen Übels ist das, was Präsident Eisenhower einst als den „militärisch-industriellen Komplex“ bezeichnet hat. Solange mit Kriegen Geld verdient wird und wir in einem System leben, das auf Ausbeutung beruht, werden auch Kriege geführt. Deshalb muss das Wettrüsten endlich ein Ende haben. Und jeder kann seinen kleinen Beitrag dazu leisten.

Grundsätzlich gilt, dass Frieden weder rechts, noch links ist. Frieden ist ein Zustand, der immer neutral ist. Ebenso wenig macht es Sinn, den Frieden nur für bestimmte Länder oder Regionen zu beanspruchen. Das Ziel muss immer der Weltfrieden sein. Und das geht nun einmal nicht mit mehr Militär, höheren Rüstungsausgaben und strategischen Atomwaffen. Ganz egal wo auf der Welt. Das ideologische Denken in Form von Feinbildern muss endlich überwunden werden. Wir setzen uns gegen jegliche Form von Militarisierung ein. Egal in welchem Land. Und natürlich gibt es auch in Russland bedenkliche Entwicklungen. Ebenso ist Putin sicherlich kein Friedensengel. Dennoch ist der Kampf gegen Atomwaffen, Aufrüstung und Militarisierung ein Kampf, den die russische Zivilbevölkerung selbst vor Ort führen muss. In Deutschland gibt es nun einmal keinen russischen Militärstützpunkt, gegen den man protestieren könnte. Dafür jedoch mehrere amerikanische. Unser Protest gegen Grafenwöhr ist ein kleiner Beitrag, den wir für eine friedlichere Welt leisten können. Mit Antiamerikanismus hat das nichts zu tun.

Denn eins steht fest: auch in Russland will niemand Krieg. Zwar versuchen uns die Massenmedien das teilweise glauben zu lassen, aber die Russen sind keine Untermenschen oder kriegslüsterne Wilde. Ganz im Gegenteil: die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, in dem fast jede russische Familie Angehörige verloren hat, ist immer noch sehr präsent. Bis auf ein paar Falken im Kreml wünscht sich kein Russe eine militärische Auseinandersetzung mit dem Westen. Stattdessen sind viele Russen sehr besorgt über die neuerliche Truppenkonzentration an der Grenze zu Russland, das Installieren von „Raketenabwehrsystemen“ in osteuropäischen Ländern und eine immer aggressivere Kriegsrhetorik aus dem Weißen Haus. Auch diese Sorgen und Ängste der russischen Bevölkerung gilt es ernst zu nehmen, wenn man die Gegenseite verstehen möchte.

Wer das nicht glauben kann, der sollte selbst mal nach Russland reisen. Die persönliche Begegnung ist immer noch der beste Weg, um Vorurteile abzubauen. In der Regel stößt man in Russland auf sehr viel Gastfreundschaft und Herzlichkeit. Speziell als Deutscher wird man sehr warm empfangen. Dementsprechend setzen wir uns für interkulturellen Austausch ein und dass beide Seiten – sowohl der Westen, als auch Russland – endlich abrüsten. Denn mehr Rüstung führt nicht zu mehr Frieden. Mehr Rüstung macht den Krieg überhaupt erst denkbar.

Bleibt friedlich.

Doktorand in International Relations (Forschungsgebiet Migration & Europa) – Corvinus University of Budapest

Master in International Business – University of Economics Prague

Bachelor in Management & Europäische Sprachen – Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

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Doktorand in International Relations (Forschungsgebiet Migration & Europa) - Corvinus University of Budapest Master in International Business - University of Economics Prague Bachelor in Management & Europäische Sprachen - Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

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