Nachrichtenüberblick

Unter der Kategorie Nachrichtenüberblick finden Sie regelmäßig Artikel, Kommentare sowie Veröffentlichungen von anderen Medien. Neben einer Verlinkung werden die Artikel mit eigenen Kommentaren oder Hinweisen versehen.

Übersicht:

  1. Weltweit Bomben
  2. Donald Trump Didn’t Want to Be President
  3. Trump feiert sich selbst als “mental gefestigtes Genie”
  4. Twitter explains why it won’t delete Trump’s account
  5. USA warnen, Russland wiegelt ab
  6. Sovereign Native Nations ignored the White House and joined the Paris Climate Change
  7. Unwetter: Kältewelle in den USA wirft die Frage nach dem Klimawandel auf
  8. Ankara gab Mordbefehl
  9. Israel stimmt Todesstrafe für Terroristen zu
  10. Die Dominanz der Seeheimer
  11. Was macht der blaue Schirm denn da?
  12. “Merkel muss weg!” Ja, wirklich? Vorsicht!
  13. Antragsentwurf: Union will antisemitische Zuwanderer ausweisen
  14. Um sich von CSU zu distanzieren: Jesus lässt seinen Nachnamen ändern
  15. “Querfrontler” – Ein demagogischer Vorwurf mit Geschichte
  16. KenFM im Gespräch mit: Markus Bickel (“Die Profiteure des Terrors”)
  17. Und ihr denkt, es geht um einen Diktator

Nachrichtenüberblick:

Weltweit Bomben

Fernab der Heimat gelingt Trump hingegen eins recht effektiv: Er führt erfolgreich Krieg, zumindest wenn man Erfolg in geflogenen Attacken und verschossenen Raketen messen möchte. Sehr gut zeigt sich das am Beispiel Somalia: Im vergangenen Jahr flogen die USA nach Armeeangaben 35 Attacken gegen Islamisten am Horn von Afrika, die meisten davon in der zweiten Jahreshälfte und mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2016.

Quelle: SPON

Kommentar: Trumps Planlosigkeit ist erschreckend. Er führt die kriegerische Politik seiner Vorgänger nicht nur nahtlos fort, sondern verschärft sie sogar noch. Das weltweite Morden geht immer weiter. Das amerikanische Drohnenprogramm ist der Terrorismus des Westens. Völkerrechtswidrig, ohne Anklage und mit erheblichen zivielen Kollateralschäden. So sieht amerikanische Außenpolitik im Jahr 2018 aus. Der Terrorismus wird mit Terror bekämpft. Die Bilanz ist absolut verheerend. Anstatt den internationalen Terrorismus erfolgreich zu bekämpfen, hat man ihn überhaupt erst groß gemacht. Man kann es nicht oft genug sagen: eine Ideologie, die durch Bomben entstanden ist, kann nicht durch Bomben besiegt werden.

Donald Trump Didn’t Want to Be President

As the campaign came to an end, Trump himself was sanguine. His ultimate goal, after all, had never been to win. “I can be the most famous man in the world,” he had told his aide Sam Nunberg at the outset of the race. His longtime friend Roger Ailes, the former head of Fox News, liked to say that if you want a career in television, first run for president. Now Trump, encouraged by Ailes, was floating rumors about a Trump network. It was a great future. He would come out of this campaign, Trump assured Ailes, with a far more powerful brand and untold opportunities.

Quelle: nymag.com

Kommentar: Eine unglaubliche Geschichte, die jede Fiktion bei weitem übertrifft. Natürlich muss dieses Buch mit Vorsicht genossen werden, aber ein wahrer Kern scheint zumindest vorhanden zu sein. Die Reaktion von Trump spricht ebenfalls Bände. Damit dürfte die Luft langsam eng werden für Trump.

Trump feiert sich selbst als “mental gefestigtes Genie”

Dass Donald Trump mit einem erheblichen Ego ausgestattet ist, dürfte schon lange kein Geheimnis mehr sein. Und wenn jemand an diesem Ego kratzt, reagiert der US-Präsident empfindlich – auch das: nichts Neues. Das am Freitag erschienene Skandalbuch “Fire and Fury: Inside the Trump White House” von Michael Wolff kratzt nicht nur, es packt den Vorschlaghammer aus. Immer wieder stellt der Autor darin die mentale und intellektuelle Eignung Trumps für das höchste Amt im Staat in Frage. Und er lässt zahlreiche Quellen, auch aus Trumps engerem Umfeld, wenig Schmeichelhaftes über den Präsidenten verraten.

Quelle: SPON

Kommentar: Ein mental gefestigtes Genie, das einem anderen Land mit der atomaren Vernichtung droht.

Twitter explains why it won’t delete Trump’s account

“Blocking a world leader from Twitter or removing their controversial Tweets, would hide important information people should be able to see and debate,” the post reads. “It would also not silence that leader, but it would certainly hamper necessary discussion around their words and actions.”

Quelle: The Hill

Kommentar: Grundsätzlich ist Meinungsfreiheit ein hohes Gut. Doch Trumps Tweets stellen mittlerweile eine Gefahr für die Welt dar, wie seine Tweets über Nordkorea zeigen. Erschwerend kommt hinzu, dass schon lange nicht mehr zwischen Satire und Realität unterschieden werden kann. Sollte Trumps Account irgendwann einem Hacker-Angriff zum Opfer fallen, wäre das ein massives Sicherheitsrisiko. Denn selbst ein Tweet über einen möglichen Atomraketen-Angriff auf Nordkorea müsste Trump uneingeschränkt zugetraut werden.

USA warnen, Russland wiegelt ab

Vertreter Russlands und des Iran warfen den Vereinigten Staaten vor, sich in innerstaatliche Angelegenheiten einzumischen und ihren ständigen Sitz im höchsten UN-Gremium zu missbrauchen. Mehrere Redner vertraten die Meinung, dass es sich um einen internen Konflikt handle und der Rat keinerlei Befugnis habe, die landesweiten Proteste auf die eigene Agenda zu heben.

Quelle: Tagesschau

Kommentar: Interessant ist vor allem auch, wie die Berichterstattung zu den Protesten im Iran stattfindet – im Vergleich zu Katalonien beispielsweise. Während die Proteste im Iran vom Großteil der Medienschaffenden positiv begeleitet werden, war in Katalonien genau das Gegenteil der Fall. Amüsant auch, dass man in Katlonien Russland eine Einmischung vorgeworfen hat. Alles eine Frage der Perspektive.

Sovereign Native Nations ignored the White House and joined the Paris Climate Change

Four Native Nations from across North America announced today that they will continue to uphold and support the Paris Climate Change Agreement. The Standing Rock Sioux Tribe, the Quinault Indian Nation, the Swinomish Indian Tribal Community, and the Central Council of the Tlingit and Haida Indian Tribes of Alaska have committed to aggressively address climate change in their respective homelands in response to the US decision to withdraw from the Agreement.

Quelle: theindigenousamericans.com

Kommentar: Die Widerstand beginnt immer unten. Wenn die Präsidentschaft von Trump etwas Gutes hat, dann das, dass viele Menschen aus ihrer Komfortzone erwacht sind, und aktiv werden.

Unwetter: Kältewelle in den USA wirft die Frage nach dem Klimawandel auf

Wie viel an all dem natürliche Variation ist und wie viel der vom Menschen angestoßene Klimawandel, ist – wie gesagt – derzeit Gegenstand wissenschaftlicher Debatten und Untersuchungen, doch die Angelegenheit vermittelt eine gewisse Idee davon, dass globale Erwärmung für die hiesigen Breiten nicht unbedingt heißt, dass das Klima einfach nur angenehmer werden wird.

Quelle: Telepolis

Kommentar: Es liegt zumindest die Vermutung nahe, dass die aktuelle Kältewelle in den USA etwas mit dem Klimawandel zu tun hat. Doch anstatt Gegenmaßnahmen zu ergreifen, sind die USA aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen. Wie viel Schaden muss noch entstehen, bevor endlich ein radikales Umdenken stattfindet?

Ankara gab Mordbefehl

Die ermittelnde Staatsanwaltschaft ging in der Anklageschrift von einer Tatbeteiligung des türkischen Geheimdienstes MIT aus. Doch der Prozess wurde so lange verschleppt, bis der mutmaßliche Mörder Ömer Güney, ein in die kurdischen Strukturen eingeschleuster Anhänger der faschistischen türkischen »Grauen Wölfe«, wenige Wochen vor dem für Januar 2017 angesetzten Prozesstermin in der Untersuchungshaft verstarb. Das fortgesetzte Schweigen des französischen Staates komme einer Mittäterschaft gleich, beklagt daher die kurdische Frauenbewegung in Frankreich.

Quelle: junge Welt

Kommentar: Der “Türsteher” Europas, die Türkei, ist an dem Mord von politischen Gegnern beteiligt. Doch auch darüber wird geschwiegen. Schließlich wird die Türkei noch in der Flüchtlingsfrage gebraucht. Mit Moral und Anstand hat eine solche Politik des Wegsehens nichts zu tun.

Israel stimmt Todesstrafe für Terroristen zu

Das israelische Parlament hat einem Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für Terroristen in erster Lesung mit knapper Mehrheit zugestimmt. 52 Abgeordnete votierten am Mittwoch für die von Verteidigungsminister Avigdor Lieberman eingebrachte und von Regierungschef Benjamin Netanyahu unterstützte Gesetzesinitiative. 49 Abgeordnete stimmten dagegen.

Quelle: Basler Zeitung

Kommentar: Der deutsche Verbündete Israel führt die Todesstrafe ein und die Bundesregierung schweigt. Wenig verwunderlich, schließlich will doch die Bundeswehr weiterhin an Übungen in Israel teilnehmen. Dementsprechend war die Zurückhaltung zu erwarten.

Die Dominanz der Seeheimer

Wer alles den Seeheimern angehört, ist nicht leicht herauszufinden. Denn auf ihrer Website ist nur der elfköpfige Sprecherkreis aufgeführt. In der vergangenen Legislatur sollen 70 Abgeordnete der SPD-Bundestagsfraktion der 1974 gegründeten Strömung angehört haben. Nach der Bundestagswahl dürfte sich diese Zahl kaum geändert haben. Zudem fühlen sich auch Sozialdemokraten, die nicht im Bundestag sitzen, den Seeheimern zugehörig. Die »FAZ« hatte berichtet, dass der heutige SPD-Chef Martin Schulz seit den 90er Jahren zum Seeheimer Kreis gehöre. Zu diesem Zeitpunkt war er noch Mitglied des Europäischen Parlaments.

Quelle: Neues Deutschland

Kommentar: Der strammrechte Flügel der SPD bestimmt schon seit mittlerweile Jahrzehnten die Programmatik dieser Partei. Soviel zum Thema “linksgrün-versifftes” Deutschland.

Was macht der blaue Schirm denn da?

Gewerkschafter sind links. Oder etwa nicht? 15 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer haben bei der Bundestagswahl die AfD gewählt, im Osten waren es sogar 22 Prozent. Ein Selbstbild gerät ins Wanken. Denn natürlich sehen sich die Gewerkschaften als Kraft der politischen Linken. Wir, die Kämpfer für internationale Solidarität. Wir, das Bollwerk gegen Rechts. So heißt es in den Reden der Funktionäre, so steht es in den Grundsatzprogrammen – und so war es lange Zeit auch. Doch immer mehr Mitglieder fühlen sich von diesen Appellen nicht mehr angesprochen. Zwischen Führung und Mitgliedern wächst die Distanz. Verunsicherung breitet sich aus.

Quelle: ZEIT ONLINE

Kommentar: Die SPD hat schon lange ihre gewerkschaftliche Basis verloren. Und auch die Linkspartei schafft es nicht, aus dieser Schwäche Kapital zu schlagen. Der große Gewinner dieser Entwicklung: die AfD.

“Merkel muss weg!” Ja, wirklich? Vorsicht!

Bislang hatten die beiden Medien-Königinnen Friede Springer und Liz Mohn (vom allmächtigen Bertelsmann-Konglomerat) ihrer Duz-Freundin Angela durch eine überaus wohlwollende Presse immer den Rücken frei gehalten. Daran änderte auch die vollkommen aus dem Ruder geratene Flüchtlingspolitik der Kanzlerin nichts. Und Merkels Bündnistreue zu den USA und Israel ist über jeden Zweifel erhaben.

Oder?

Quelle: Telepolis

Kommentar: Die Vorestellung, dass es nach Angela Merkel eigentlich nur besser werden kann, ist schon sehr naiv. Das System an sich muss geändert werden. Es reicht nicht aus, einfach nur einzelne Köpfe auszutauschen, solange sich sonst nichts ändert. Umso wichtiger ist der Widerstand auf der Straße.

Antragsentwurf: Union will antisemitische Zuwanderer ausweisen

CDU und CSU wollen künftig Migranten ausweisen, die zu antisemitischem Hass aufrufen. “Wer jüdisches Leben in Deutschland ablehnt oder das Existenzrecht Israels infrage stellt, kann keinen Platz in unserem Land haben”, heißt es in einem Antragsentwurf der Unions-Bundestagsfraktion, der der “Welt” vorliegt.

Quelle: nordbayern.de

Kommentar: Ausgerechnet die CSU, die zutiefst rassistische und islamfeindliche Tendenzen aufweist, will Antisemiten aus dem Land weisen. Und wer soll schon bestimmen, was ein Antisemit ist? Müssen Einwanderer in Zukunft einen Test bestehen, um zu beweisen, dass sie keine Antisemiten sind? Wieder einmal ein völlig sinnfreier Vorschlag, der in der Praxis ohnehin nicht umgesetzt werden kann. Gut, dass sich die Union um die wirklichen wichtigen Probleme in diesem Land kümmert. Ein wertvoller Beitrag dazu, wie Integration tatsächlich gelingen kann, ist dieser weltfremde Vorstoß sicherlich nicht.

Um sich von CSU zu distanzieren: Jesus lässt seinen Nachnamen ändern

“Seit Jahren ärgere ich mich schon damit herum, dass irgendwelche Idioten einfach meinen Namen verwenden, um für fragwürdige Ziele zu werben, die in keinerlei Verbindung zu mir stehen”, wettert Wiedmayer. “Ach, hätte ich ‘Christus’ doch bloß damals direkt als Wortmarke eintragen lassen, dann müsste ich mich jetzt nicht bis zum Jüngsten Tag damit rumärgern!”

Quelle: Der Postillon

“Querfrontler” – Ein demagogischer Vorwurf mit Geschichte

Fast die gesamte deutsche Medienlandschaft beteiligt sich am Mobbing diverser Aktivisten und alternativer Medienmacher. Ein beliebter Vorwurf ist die “Querfront”. Woher stammt er? Ein Blick in die Geschichte zeigt: Es geht vor allem darum, zu verleumden, zu entpolitisieren und ein moralistisch verdrehtes Bild von rechts und links zu implementieren.

Quelle: RT Deutsch

Kommentar: Ein guter Artikel, der über den Begriff “Querfront” aufklärt.

KenFM im Gespräch mit: Markus Bickel (“Die Profiteure des Terrors”)

Und ihr denkt, es geht um einen Diktator

Man kann nur staunen über das Ausmaß an fast schon sträflicher Naivität oder auch nur schlichter Ignoranz, das viele Beurteiler der Syrien-Krise an den Tag legen, vor allem, wenn es darum geht, die Hintergründe für das zähe Tauziehen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zwischen Amerika und den westlichen Mächten einerseits, Russland und China andererseits aufzuhellen. Folgt man der Darstellung des Konflikts in weiten Teilen der westlichen Welt, dann scheint es sich lediglich um die Frage zu handeln, ob es gelingt, die syrische Bevölkerung von einem blutigen Diktator zu befreien. Vor allem in Deutschland scheint die Unkenntnis, mit der diese Auseinandersetzung derzeit diskutiert wird, grenzenlos zu sein – bis hin zu einer angeblichen, allerdings nicht bestätigten Anfrage an die russische Regierung, ob sie bereit wäre, Assad im Falle seines Sturzes in Russland Asyl zu gewähren.

Quelle: FAZ

Kommentar: Ein schon etwas älterer Artikel über die wahren Gründe für den Syrien-Krieg und die damit verbundenen geopolitischen Spannungen.

Doktorand in International Relations (Forschungsgebiet Migration & Europa) – Corvinus University of Budapest

Master in International Business – University of Economics Prague

Bachelor in Management & Europäische Sprachen – Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

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Über Sebastian Paul 28 Artikel
Doktorand in International Relations (Forschungsgebiet Migration & Europa) - Corvinus University of Budapest Master in International Business - University of Economics Prague Bachelor in Management & Europäische Sprachen - Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

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