Nachrichtenüberblick

Unter der Kategorie Nachrichtenüberblick finden Sie regelmäßig Artikel, Kommentare sowie Veröffentlichungen von anderen Medien. Neben einer Verlinkung werden die Artikel mit eigenen Kommentaren oder Hinweisen versehen.

Übersicht:

  1. Oxfam appelliert an die Regierungen, die wachsende Ungleichheit zu stoppen
  2. Exklusiv-Interview: Zehntausendfacher Protest gegen NATO-Aufrüstung
  3. Lawrow denkt mit Wehmut an den Kalten Krieg
  4. Pentagon prüft Bereitschaft von Russlands Nachbarn zum Krieg
  5. Blowback: How U.S. Drones, Coups, and Invasions Just Create More Violence
  6. Erdogans Geschenk an Assad
  7. Angriff auf Afrin: Der gefährliche anti-kurdische Konsens
  8. Angriff auf Afrin: Das mutlose Schweigen der Nato
  9. Afrin: Türkische Regierung diktiert Medien-Berichterstattung
  10. Türkische Militäroffensive bringt Gabriel in Bedrängnis
  11. Türkei setzt deutsche Panzer ein
  12. 22. Januar 2018 – Interessante Bundespressekonferenz
  13. EU und USA liefern sich Nahost-Fernduell
  14. Zur Schau gestellte Eintracht
  15. Norman Finkelstein: The “Big Lie” About Gaza is That the Palestinians Have Been the Aggressors
  16. Doppelmoral und Propaganda
  17. Pakistan: Nach den Amerikanern die Chinesen?
  18. Klimawandel und immer mehr Migration
  19. Margaret Thatcher believed South Africa should be a ‘whites-only state’, says UK’s former chief diplomat
  20. Sich erneuern in der Opposition oder in der Regierung? Anmerkungen zum Sonderparteitag der SPD und der Rolle des Juso-Vorsitzenden.
  21. SPD-»Zwerge« organisieren sich
  22. Nazis im Auftrag der CIA

Nachrichtenüberblick:

Oxfam appelliert an die Regierungen, die wachsende Ungleichheit zu stoppen

Nach dem Bericht hatte die Hälfte der Weltbevölkerung, etwa 3,7 Milliarden Menschen, überhaupt keinen Anteil vom Vermögenszuwachs, während das reichste Prozent immer noch mehr Vermögen besitzt als der Rest der Menschheit. Noch immer leben 700 Millionen Menschen in extremer Armut und hat weniger als 1,9 US-Dollar am Tag. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung soll aber auch nur zwischen 2 und 10 US-Dollar zum Leben haben. Die Einkommensunterschiede sind grotesk: “In nur vier Tagen verdient ein Vorstandsvorsitzender eines der fünf größten Modekonzerne so viel wie eine Näherin in Bangladesch in ihrem ganzen Leben.” Viele Menschen arbeiten im informellen Sektor, in vielen Ländern reicht der Mindestlohn, wenn es einen gibt, nicht zum Leben, oft wird er auch hintergangen. Besonders die Frauen, aber auch die jungen Menschen haben oft unsichere, schlecht bezahlte Arbeit und schlechten Bedingungen.

Quelle: Telepolis

Kommentar: Die Welt hat kein Reichtstumsproblem. Das Problem ist es, diesen Reichtum gleichmäßig und fair zu verteilen. Alle Kriege sind letztlich auch Verteilungskämpfe. Wenn dieses Problem nicht endlich angegangen wird, werden wir auch in Zukunft weitere Kriege erleben. Durch den Klimawandel und der stetig wachsenden Weltbevölkerung werden sich die Konflikte in Zukunft sogar noch verschärfen. Wenn nicht ein grundlegendes Umdenken stattfindet, wird irgendwann in den nächsten Jahrzehnten das ganz böse Erwachen kommen.

Exklusiv-Interview: Zehntausendfacher Protest gegen NATO-Aufrüstung

Im September 2014 haben die Vertreter der NATO-Staaten vereinbart, innerhalb eines Jahrzehnts den Anteil der Rüstungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt eines jeden Staates auf ungefähr zwei Prozent des Bruttosozialprodukts (BSP) zu erhöhen. In Deutschland lag dieser Anteil im Jahr 2016 bei zirka 1,2 Prozent. Die Bundesregierung müsste den Wehretat demnach etwa verdoppeln. Dies käme einer Erhöhung um ungefähr 30 Milliarden Euro gleich. Bereits im Vorjahr waren schon 37 Milliarden Euro für die Bundeswehr vorgesehen.

Quelle: RT Deutsch

Lawrow denkt mit Wehmut an den Kalten Krieg

Die Worte von Sergej Lawrow lassen keinen Platz für Zweifel: Der Westen sei Russland so feindlich gesonnen wie nie zuvor, sagte der russische Außenminister der Zeitung “Kommersant”. Selbst während des Kalten Krieges sei die Ablehnung nicht so groß gewesen wie heute.

Quelle: DW

Kommentar: Wenn sich der russische Außenminister schon die Zeiten des Kalten Kriegs zurückwünscht – weil die Ost-West-Beziehungen zu dieser Zeit besser waren -, dann ist Grund zur Sorge angebracht.

Pentagon prüft Bereitschaft von Russlands Nachbarn zum Krieg

Die US-Regierungsbehörde Defence Logistics Agency will die Infrastruktur von fünf europäischen Ländern – Weißrussland, der Ukraine, Moldawien, Finnland und Polen – genau unter die Lupe nehmen, um deren Bereitschaft zu möglichen Kriegsbedingungen einzuschätzen. Entsprechende Berichte sollen dann dem Pentagon vorgelegt werden.

Quelle: Sputnik

Kommentar: Aber klar, Russland ist Aggressor.

Blowback: How U.S. Drones, Coups, and Invasions Just Create More Violence

As the late historian of empire and one-time consultant to the CIA, Chalmers Johnson, explained in the immediate aftermath of the 9/11 attacks, blowback is “a metaphor for the unintended consequences of the U.S. government’s international activities that have been kept secret from the American people.”

Quelle: The Intercept

Erdogans Geschenk an Assad

Der Olivenzweig gilt seit der Antike als ein Symbol des Friedens. Für Zehntausende Menschen im Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei bedeutet er in diesen Tagen Krieg. Denn der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat seiner Militäroffensive gegen die kurdische YPG-Miliz in der Region Afrin ausgerechnet diesen Namen gegeben: “Operation Olivenzweig”.

Quelle: SPON

Angriff auf Afrin: Der gefährliche anti-kurdische Konsens

Als Ende 2014 der Islamische Staat (IS) versuchte, die kurdische Stadt Kobane an der Grenze zur Türkei zu erobern und ein Blutbad anrichtete, standen türkische Panzer in Sichtweite. Sie griffen nicht ein. Der IS, der zu jener Zeit offen die Türkei bedrohte, konnte, so stellte sich später heraus, ungehindert im türkisch-syrischen Grenzgebiet operieren.

Quelle: Telepolis

Angriff auf Afrin: Das mutlose Schweigen der Nato

Seither, so berichtete die kurdische Firat News Agency (AFN) am Sonntagabend um 22 Uhr, hätten 72 türkische Flugzeuge 108 Ziele angegriffen. Ziel war nicht nur die gleichnamige Stadt des syrischen Bezirks Afrin, sondern auch die Kreise “Şerawa, Bilbilê, Raco, Şera wie auch die Gebiete in Şehba”. Dieser Bericht listet 10 getötete Zivilisten auf sowie 11 weitere bei einem “Massaker” im Dorf Cilbir. Herausgehoben wird in beiden Berichten, dass Kinder zu den Opfern gehören.

Quelle: Telepolis

Afrin: Türkische Regierung diktiert Medien-Berichterstattung

Die AKP-Regierung hat es geschafft, dass es in den Türkei keine Meinungsvielfalt mehr gibt. Kritische Journalisten werden verhaftet, kritische Medien wurden geschlossen, die politische Opposition wurde weggesperrt. Jetzt kann der türkische Präsident, der sich mit einem Präsidialsystem noch mehr Macht verschaffen konnte und nun schon lange das Land im Ausnahmezustand hält, den verbliebenen Medien in der Türkei diktieren, wie sie über den Krieg der türkischen Streitkräfte mit zum Teil aus islamistischen Militanten bestehenden Söldnermilizen gegen die syrischen Kurden und ihre Verbündeten in Afrin und gegen den Versuch der Entwicklung eines für die Region vorbildhaften säkularen, multiethnischen und demokratischen politischen Systems, in dem die Frauen als gleichberechtigt gelten, berichten sollen.

Quelle: Telepolis

Türkische Militäroffensive bringt Gabriel in Bedrängnis

Wegen des militärischen Vorgehens der Türkei gegen kurdische Milizen in Nordsyrien wächst der Druck auf Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), von ihm der Türkei in Aussicht gestellte Nachrüstungen von Panzern des Typs Leopard 2 zurückzunehmen. Das Verhalten der Türkei schließe ein solches Geschäft aus, sagte der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen der Süddeutschen Zeitung. “Diese Militärintervention der Türkei ist eindeutig völkerrechtswidrig.” Es sei “völlig klar”, dass Deutschland der Türkei nicht gleichzeitig Panzerausrüstungen liefern könne.

Quelle: SZ

Türkei setzt deutsche Panzer ein

Beim Vormarsch türkischer Bodentruppen gegen kurdische Einheiten in Syrien kommt offenbar auch deutsche Waffentechnik zum Einsatz. Auf ersten Bildern von der “Operation Olivenzweig” sind unter anderem auch schwere Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 zu erkennen. Mit speziellen Transportfahrzeugen brachte das türkische Militär demnach Dutzende Panzer an Grenzübergängen wie Oncupinar bei Kilis und Cilvegözü bei Reyhanli in Stellung.

Quelle: N-TV

22. Januar 2018 – Interessante Bundespressekonferenz

Quelle: Jung & Naiv

EU und USA liefern sich Nahost-Fernduell

Das Timing hätte unangenehmer nicht sein können – zumindest für jene, die glauben, dass es im Nahen Osten keinen Frieden ohne die Zusammenarbeit zwischen USA und EU geben kann. Doch statt zu kooperieren, lieferten sich Europäer und Amerikaner am Montag eine Art Fernduell.

Quelle: SPON

Zur Schau gestellte Eintracht

Pence versicherte derweil, seine Regierung stehe Kairo im sogenannten Kampf gegen den Terror zur Seite, gab jedoch keine neuen Details über den Stand der milliardenschweren US-Militärhilfen für Ägypten bekannt. Erst 2017 hatte die US-Administration Teile der jährlich 1,3 bis 1,5 Milliarden US-Dollar umfassenden Zuwendungen für die ägyptische Armee vorläufig eingefroren. Offiziell wurde der Schritt mit Al-Sisis Repressionen gegen die Bevölkerung begründet – doch die Gerüchte, es sei dabei vor allem um Kairos militärische Kooperation mit der Demokratischen Volksrepublik Korea gegangen, halten sich bis heute beharrlich.

Quelle: junge Welt

Norman Finkelstein: The “Big Lie” About Gaza is That the Palestinians Have Been the Aggressors

NORMAN FINKELSTEIN: The Big Lie about Gaza is that it’s an aggressor, that Gaza is aggressing against Israel, and Israel is reacting in self-defense. It’s a double lie. The first lie is, most of the Israeli attacks on Gaza don’t even have anything to do with Gaza. So, if you take Operation Cast Lead, in 2008, ’09, why did Israel attack Gaza? Not because of Gaza. Not because of anything Gaza did. The Israelis were very honest. This is revenge for Lebanon. In 2006, Israel suffered a major defeat in Lebanon against the Hezbollah, the Party of God. And then Israelis began to panic. They’re losing what they call their deterrence capacity. And their deterrence capacity simply means—it’s a fancy, technical term for the Arabs’ fear of us. And they worried because the Arabs no longer fear them after this—you know, not a ragtag guerrilla army, but it’s not a big thing, either. It’s about 6,000 fighters, the Hezbollah—at the time, it was 6,000 fighters. And they effectively inflicted a defeat on the Israeli invaders of Lebanon. And so they were looking for somewhere where they could restore what they call their deterrence capacity. They didn’t want to tangle again with the Party of God, with the Hezbollah, so they targeted Gaza. Had nothing to do with Gaza. The notion that they’re defending themselves against Gaza.

Quelle: Democracy Now!

Doppelmoral und Propaganda

Nun steht natürlich außer Frage, dass die »sozialen Medien« einen besonders guten Nährboden für die leichte und schnelle Verbreitung von Falschmeldungen bilden. Wenn wir aber in der Geschichte zurückblicken, müssen wir feststellen, dass die Falschmeldungen, die die schlimmsten Schäden anrichteten, aus der Politik und den etablierten Medien selbst kamen. Ein berüchtigtes Beispiel dafür ist die von einer Werbeagentur erfundene »Brutkastenlüge« über irakische Soldaten, die 1990 in Kuwait Babys aus Brutkästen gerissen hätten. Sie wurde damals von den meisten Medien weiterverbreitet und trug maßgeblich dazu bei, die öffentliche Meinung in den USA zugunsten des ersten US-Krieges gegen den Irak zu beeinflussen. Weit häufiger als mit reinen Falschmeldungen wird jedoch mit einseitigen oder stark übertriebenen Beiträgen versucht, die gewünschte Stimmung zu schaffen. Auch wenn es vom Mainstream nicht so gewertet wird, ist das Weglassen essentieller Teile einer Geschichte, die zum Verständnis und zu ihrer Einordnung nötig sind, letztlich ebenfalls eine Desinformation.

Quelle: junge Welt

Pakistan: Nach den Amerikanern die Chinesen?

Es gilt als offenes Geheimnis, dass pakistanische Militär- und Geheimdienstkreise die afghanischen Taliban als Einflussinstrument in Afghanistan sehen – auch wenn die Regierung in Islamabad selbst von religiösem Fundamentalismus im Lande bedroht und ist etwa gegen die pakistanischen Taliban immer wieder militärisch vorgegangen ist. (Zum Unterschied von afghanischen und pakistanischen Taliban siehe das Interview mit Ahmed Rashid).

Quelle: Telepolis

Klimawandel und immer mehr Migration

Seit Jahren erstellen Experten immer wieder Projektionen mit anschließenden heftigen Debatten darüber, wie viele Menschen durch Naturkatastrophen, Dürre oder steigendem Meeresspiegel ihre Heimat verlassen und sich auf den Weg in andere Regionen machen werden. Einig ist sich die große Mehrheit der Wissenschaftler, dass der globale Klimawandel stattfindet und weltweit zunehmend Menschen in die Migration treibt.

Quelle: Telepolis

Margaret Thatcher believed South Africa should be a ‘whites-only state’, says UK’s former chief diplomat

Margaret Thatcher believed South Africa should be a “whites-only state”, it has been reported. The former head of the Diplomatic Service, Sir Patrick Wright, has made a number of explosive claims in his account of the former Prime Minister’s time in office. Sir Patrick also said that Ms Thatcher “loathed” Germans and wanted to “push” Vietnamese boat people into the sea.

Quelle: Independent

Sich erneuern in der Opposition oder in der Regierung? Anmerkungen zum Sonderparteitag der SPD und der Rolle des Juso-Vorsitzenden.

Mein Vorurteil zur Rolle von Kevin Kühnert war positiv. Kommentare verschiedener Absender zur Rede Kühnerts waren das ebenfalls. Beispielhaft im Morningbriefing des Handelsblatts. Ich wollte das genau wissen und habe mir, wie erwähnt positiv eingestimmt, die Rede angehört. (Übrigens auch jene der schreienden Andrea Nahles, die darob schon zur künftigen SPD-Chefin hochstilisiert wird.) Was hat denn der Juso-Vorsitzende beim Sonderparteitag gesagt? War darunter Bedeutsames? War darunter Wegweisendes für die von ihm angestrebte Oppositionsrolle? Wenn Sie Zeit und Lust haben, dann prüfen Sie das mal selbst.

Quelle: NachDenkSeiten

SPD-»Zwerge« organisieren sich

Die Gegner der GroKo sehen sich vor einem Mitgliederentscheid gestärkt. »Es wird schwer für die Anderen, eine Kampagne für die Koalition zu organisieren.« Eine sozialdemokratische Handschrift werde ein möglicher Koalitionsvertrag wohl nicht aufweisen, meinen die Aktivisten im Brauhaus. Ihnen stößt besonders sauer auf, dass DGB-Chef Reiner Hoffmann sich auf dem Parteitag vehement für eine Große Koalition ausgesprochen hat, obwohl es in dem Dachverband unterschiedliche Meinungen zu einer schwarz-roten Neuauflage gibt. Angeblich soll Hoffmann sogar die Münchener DGB-Vorsitzende Simone Burger und GroKo-Gegnerin von einer Teilnahme in Bonn abgehalten haben. So jedenfalls wird es bei dem abendlichen Treffen erzählt.

Quelle: Neues Deutschland

Nazis im Auftrag der CIA

So rekrutierte die CIA zahlreiche ehemalige Nazigrößen und italienische Faschisten als Agenten für ihre weltweiten Operationen gegen den Kommunismus. Sie infiltrierten höchste Regierungsstellen in Deutschland, organisierten Folter, Todesschwadronen und Geheimdienste in pro-amerikanischen Militärdiktaturen Südamerikas und waren beteiligt an Putschversuchen in Italien. Aber wie weit ging die Kooperation zwischen der CIA und den Nazis wirklich?

Quelle: SPIEGEL TV

Kommentar: Eine schon etwas ältere Dokumentation, die aber gut aufzeigt, mit welchen Methoden die CIA arbeitet.

Doktorand in International Relations (Forschungsgebiet Migration & Europa) – Corvinus University of Budapest

Master in International Business – University of Economics Prague

Bachelor in Management & Europäische Sprachen – Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

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Über Sebastian Paul 28 Artikel
Doktorand in International Relations (Forschungsgebiet Migration & Europa) - Corvinus University of Budapest Master in International Business - University of Economics Prague Bachelor in Management & Europäische Sprachen - Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

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